Gefahrgutausbildung Werkfeuerwehr WACKER Burghausen, 09.05.2009

Mann hat nicht alle Tage die Gelegenheit eine Gefahrgutausbildung unter realistischen Bedingungen und unter Anleitung professioneller Ausbilder zu absolvieren.

Diese seltene Chance wurde uns am 09.05.2009 von der WACKER CHEMIE AG in Burghausen geboten. Gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Schönau, auf deren Initiative hin wir an diesem Termin Teilnehmen durften, erfolgte die Anreise im Konvoi bis zum Werkstor II, an welchem wir bereits von zwei Kollegen der Werksfeuerwehr erwartet wurden.

Nach einer kurzen Präsentation des Wacker Konzerns und einer eindrucksvollen Vorstellung des Chemiewerkes in Burghausen erfolgte eine Auffrischung des Feuerwehr-Grundwissens für Gefahrgutunfällen. Begriffe wie die GAMS-Regel oder das Erkennen- und die Kennzeichnung von Gefahrstoffen wurden auf sehr informative Weise näher gebracht. Besonders hervorzuheben sind die zukünftig neuen und teilweise geänderten Gefahrenkennzeichnungen auf Verpackungen.  Hintergrund ist die Vereinheitlichung der Einstufung bzw. die Kennzeichnung von Chemikalien. Grundlage ist das Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (abk. GHS). Für die Feuerwehren bedeutet dies, sich neues Wissen bei der Erkennung von Gefahrstoffen anzueignen.

 

Bei der anschließenden ersten praktischen Einsatzübung wurden alle Teilnehmer bereits voll gefordert. Eine angenommene Verpuffung in einem Labor verlangte eine sofortige Menschenrettung, den Einsatz unter CSA und den Aufbau eines Dekontaminationsplatzes bei gleichzeitiger Sicherstellung des Brandschutzes.


Foto: Ausrüstung der CSA-Träger und gleichzeitiger Aufbau des Deko-Platzes


Foto: Angriffstrupp beim Erkunden des Labors

Die zufällig parallel stattfindenden „Gefahrguttage“, eine Tagungsveranstaltung für Führungskräfte organisiert von der Wacker AG, gab uns die Gelegenheit einer kurzen Vorführung der Wacker Werksfeuerwehr beizuwohnen. Zu bestaunen war neben einem modernen Universallöschfahrzeug, deren 42 m Teleskopmast und diverse andere Spezialfahrzeuge. Unbestrittener Höhepunkt war eine Vorführung des neuen Turbolöschers. Mit Hilfe des Abgasstrahles zweier Düsentriebwerke werden bis zu 8.000 l Wasser pro Minute ausgebracht. Durch die dabei entstehende Beschleunigung und Zerstäubung entsteht ein bis zu 150 m langer Wassernebel, welcher eindrucksvoll die unvergleichbare Löschwirkung vor Augen führte.


Foto: Turbolöscher und Teleskopmast der Werkfeuererwehr

Nach einer kurzen Mittagspause musste die gesamte Mannschaft bei einer zweiten Einsatzübung bis an Ihre Belastungsgrenze gehen. Bei Temperaturen über 25 °C war ein Unfall mit hochgiftigem Pulver abzuarbeiten. Auch hier waren ein Vorgehen nach der GAMS-Regel und die Einteilung von Einsatzabschnitten erforderlich. Schwerpunkt hierbei war die Dekontamination mit der auf dem Dekon-P verladenen Einpersonendusche.


Foto: sofortige Menschenrettung unter schwerem Atemschutz


Foto: Versorgung des Verletzten und Dekontamination der Einsatzkräfte

Bei einer anschließenden Übungsbesprechung wurden Fehler aufgezeigt und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Die Ratschläge und Hinweise der Profis waren wertvolle Anhaltspunkte für zukünftige Gefahrguteinsätze.

Ein besonderer Dank gilt den Ausbildern der Werkfeuerwehr WACKER für die professionelle und lehrreiche Veranstaltung und den Kollegen der FFW Schönau für die kameradschaftliche und gute Zusammenarbeit.